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Über sieben Brücken musst du geh'n

NLB-Handball. Fast 42 Minuten lang sah es für den TV Solothurn so aus, als könnte er die ersten Punkte der Saison einfahren. Die Aarestäder gingen früh in Führung und kontrollierten das Spiel, ehe das Spiel innert sechs Minuten komplett drehte. Somit bleibt der TVS auch im siebten Spiel sieg- und punktelos.


Gaudenz Oetterli


Die Zahl Sieben hat eine spezielle Bedeutung und Symbolik. Sieben ist die Summe der beiden gegenüberliegenden Flächen eines Würfels, es gibt sieben Wochentage, in einer berühmten Geschichte gibt es sieben Zwerge und in der Geschichte die berühmten sieben Weltwunder und im biblischen Kontext folgen auf die sieben Schlechten sodann die sieben fetten Jahre.


Zum Glück sind es beim TV Solothurn nicht gleich sieben Jahre, in denen man darben muss, sondern bisher "nur" sieben Spiele. Dennoch dürfte manch einer beim TVS nach der siebten Pleite in Folge langsam den Kopf schütteln. Es ist nämlich mitnichten so, dass die Ambassadoren jeweils wie die sicheren Absteiger auftreten und das Kanonenfutter der NLB sind. Im Gegenteil, in fünf der sieben bisherigen Partien hielten die Aarestädter über weite Strecken des Spiels entweder gut mit oder waren gar mehrheitlich spielbestimmend.


Eine Fehlerorgie sorgt für die Wende


Dies trifft auch auf das letzte Duell zu, gegen den Aufsteiger Handball Emmen. Bis fast zur Mitte der zweiten Halbzeit dominierte der TVS das Geschehen. Doch während es den Gästen aus Emmen gegen Ende der Partie gelang, die enorm hohe Quote an technischen Fehlern in den Griff zu kriegen, wurde sie beim Heimteam immer schlimmer. Am Ende standen den 27 erzielten Toren fast ebenso viele technische Fehler gegenüber, insgesamt 25. Was andere Teams nicht in drei Partien zusammenbringen, schaffte der TVS in 60 Minuten. Das ist auch in Anbetracht der sehr offensiven und Fehler provozierenden Deckung der Luzerner schlicht miserabel.


Am Ende waren es diese technischen Fehler, die den Solothurnern das Genick brachen. Reihenweise spielten die Mannen von Trainer Martin Prachar ihren Gegenspielern die Bälle pfannenfertig für einen Tempogegenstoss direkt in die Hände – und diese liessen sich natürlich nicht zweimal bitten. So stand es nach dem Schlusspfiff 27:32, und das obwohl Solothurn zur Pause (17:14) und in der 42. Minute noch mit drei Toren (23:20) führte.


Erfolgreiche Junioren und Zweitliga am Heimspieltag


Der Schlusspfiff und die erneute Niederlage war ein unrühmlicher Abschluss eines eigentlich erfolgreichen Tages für den Verein. Denn insgesamt fanden am Samstag vier Spiele statt im heimischen CIS. Der TVS-Supersaturday war für den Verein sportlich ein voller Erfolg, bis auf die letzten 18 Minuten. Der Reihe nach feierten die U13 (22:18), die U15 (34:27) gegen Leader Yverdon, und die Zweitliga-Mannschaft mit 27:21 im Derby gegen Olten ihre Siege. Zum Leidwesen des TV Solothurn konnte das Fanionteam in der NLB diese Erfolgsgeschichte nicht zu Ende schreiben.


Es sind noch 19 Spiele zu bestreiten in der NLB. Genug also, um noch in die Spur zu finden. Wie schon Peter Maffay in seinem grössten Hit trällerte: "Über sieben Brücken musst du geh'n, sieben Mal wirst du die Asche sein…" Diese sieben Mal hat der TV Solothurn nun erreicht und es bleibt zu hoffen, dass nun endlich der helle Schein folgt.


Fotos: Küre Werren/ Simon Gantenbein / Till Hunziker







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