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Abstiegskandidaten im Gleichschritt

NLB-Handball. Der TV Solothurn verliert trotz grosser Gegenwehr beim Ligazweiten Wädenswil/Horgen mit 22:26. Da das punktgleiche Steffisburg gleichzeitig in Kreuzlingen verlor, kommt es nun zum alles entscheidenden Direktduell um den Abstieg.


Gaudenz Oetterli


Überraschungen heissen Überraschungen, weil sie nicht so oft vorkommen. Denn passieren sie zu viel, dann werden sie zur Regel. Das hat sich am vergangenen Samstag wohl auch das Schicksal gedacht und dem TVS blieb das nötige Glück verwehrt, einen weiteren Favoriten zu schlagen.


Von Beginn weg zeigte sich einmal mehr, dass die Solothurner bereit waren für den Kampf David gegen Goliath. Die Defensive stand – wie in den letzten drei Partien – gewohnt sicher und die ansonsten offensiv sehr produktiven Zürcher bekundeten einige Mühe, zu ihren Treffern zu kommen. Nach gut 11 Minuten lagen die Gäste aus dem Mittelland sogar in Front (5:4).


Wädenswil/Horgen nahm das Spiel aber keineswegs auf die leichte Schulter und drückte vehement aufs Tempo. Für die Zürcher ging es schliesslich noch um die definitive Qualifikation für die Aufstiegsplayoffs zur NLA gegen Kreuzlingen. Und so waren die Gastgeber stets hellwach und schalteten blitzschnell um, sobald sich die Solothurner Fehler erlaubten. Und davon gab es nach der letztmaligen Führung des TVS bis zur 20. Minute einige. Auch kurz vor der Halbzeit verloren die Aarestädter noch drei Mal den Ball und die Teams gingen mit einem 15:10 in die Pause.


Starke Leistung, aber keine Wende


Nach dem Seitenwechsel schien es zuerst so weiterzugehen wie in den ersten dreissig Minuten und die Einheimischen erhöhten auf sechs Tore Vorsprung. In der Folge leistete sich Wädenswil/Horgen aber selber einige technische Fehler und so kamen plötzlich die Solothurner auf dem Geschmack. Sie eroberten mehrere Bälle und verwandelten ihrerseits zahlreiche Gegenstösse. Stand es nach gut 35 Minuten noch 17:11 für das Heimteam, so waren die Ambassadoren nur zwei Minuten später mit dem 15:17-Treffer wieder in Schlagdistanz.


Diese zwei Tore Differenz sollte jedoch das höchste der Gefühle bleiben für den TVS an diesem Abend. Denn obwohl die Zürcher mit Sandro Gantner noch einen wichtigen Spieler verloren – er sah die rote Karte wegen eines Kopftreffers beim Penalty – konnten sie ich wieder fangen. Auf der anderen Seite nahmen sich die Solothurner nach aufopferndem Kampf die Möglichkeit der Wende gleich selbst weg. Sie kassierten mehrere Zweiminuten-Strafen, eine davon in der Hektik noch für einen Wechselfehler. Zwar hielt der überragende TVS-Keeper Fabio Brändle seinen Kasten gar bei doppelter Unterzahl sauber, doch in der Offensive fehlte am Ende die Durchschlagskraft.


Der ultimative Höhepunkt


Mit dieser Niederlage bleibt der TVS auf seinen 14 Punkten sitzen. Gleiches gilt aber auch für den TVS aus dem Berner Oberland, den TV Steffisburg. Die Oberländer mussten gegen den Ligaprimus HSC Kreuzlingen, ebenfalls nach grosser Gegenwehr, genauso als Verlierer vom Platz (26:30) und bleibt auch auf seinen 14 Punkten. Aus dem Abstiegsrennen definitiv verabschiedet haben sich hingegen die Pfadi Espoirs mit ihrem Sieg gegen Kadetten Schaffhausen.


So kommt es, wie es sich seit einigen Runden bereits abzeichnet und wahrscheinlich einfach kommen muss. Das Direktduell am kommenden Samstag entscheidet über den zweiten Absteiger. Mit Steffisburg und Solothurn werden zwei Teams aufeinandertreffen, die beide gut in Form sind und in den letzten Partien überraschen konnten. Beide Mannschaften hätten die aktuellen Probleme nicht, hätten sie die gesamte Saison auf dem aktuellen Level gespielt. Doch die Realität war eine Andere und deswegen kommt es im zweitletzten Spiel der Saison zum grossen Showdown: wer gewinnt, bleibt oben, wer verliert, steigt ab.



Der TV Solothurn organisiert am 7. Mai für Fans und Interessierte einen Car nach Steffisburg. Der TVS freut sich über alle, die mit nach Thun kommen, um die Solothurner zu unterstützen und deshalb ist die Carreise kostenlos.

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