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Eine gute Saison unter schwierigen Voraussetzungen

NLB-Handball. Mit dem Auswärtsspiel gegen Wädenswil/Horgen hat der TV Solothurn seine NLB-Kampagne beendet. Zum Abschluss gelang den Solothurnern mit dem 26:26 doch noch ein Punktgewinn in der Finalrunde und sie können insgesamt auf eine erfolgreiche Spielzeit zurückblicken.


Gaudenz Oetterli


Das finale Spiel ist Sinnbild für die Saison des TV Solothurn. Wie die gesamte Spielzeit wogte die Partie gegen Wädenswil/Horgen mehrmals hin und her. Nach anfänglicher Führung für die Gäste aus dem Mittelland gelang es den Zürchern, die Initiative an sich zu reissen und das Spiel zu drehen. Bis auf vier Tore (22. Minute, 11:7) konnten die Gastgeber den TVS distanzieren. Mit viel Kampf und Geduld arbeiteten sich die Ambassadoren danach wieder heran und lagen zur Pause nur noch einen Treffer hinten. Wie schon in Halbzeit eins waren es in der Folge wieder die Solothurner, welche vorlegten, nur um danach in den gleichen Trott zu fallen wie schon vor der Pause. Denn wiederum geriet der TVS ins Hintertreffen und musste sich am Ende das Remis hart erkämpfen.


Junge Talente haben sich gut geschlagen


Natürlich ist es ärgerlich, wenn die Leistung nicht über 60 Minuten abgerufen werden kann. Das war nicht nur im letzten Spiel gegen Wädenswil/Horgen so, sondern in der gesamten Saison schon ein Merkmal des TVS. Doch Solothurn ist insgesamt eine sehr junge Mannschaft, gespickt mit einigen Routiniers. Wer junge Talente an die NLB und NLA heranführt, kann nicht erwarten, dass diese in jedem engen Spiel die Kaltschnäuzigkeit eines 30-jährigen Routiniers hinlegen. Insofern ist das Unentschieden gegen die Zürcher ein Erfolg, auch wenn am Ende mehr drin gelegen wäre. Wer dem Sieger der Qualifikation und nun Zweitplatzierten der Finalrunde zwei Mal ein Unentschieden abknöpft, dem fehlt nicht viel zur absoluten Spitze der Liga.

Aus diesem Grund, und wenn man die Saison als Ganzes betrachtet, können die Spieler und Verantwortlichen des TV Solothurn einmal mehr stolz sein auf das Erreichte. In 18 Spielen war die Truppe von Trainerduo Martin Prachar und Alain Blaser acht Mal siegreich und spielte drei Mal Remis. Von den sieben Niederlagen fallen vier auf die Finalrunde, als es für Solothurn de facto um nichts mehr ging. Als Ausbildungsverein und versehen mit dem kleinsten Budget in der NLB, kann und will der TV Solothurn nicht in die NLA aufsteigen.





Je besser der TVS abschneidet, desto mehr Wechsel muss er verkraften


Platz vier nach der Vorrunde, danach in der Finalrunde mit den besten der Liga weitgehend mitgehalten, das kann sich sehen lassen für ein Team, das sich jedes Jahr stark verändert. So wird es auch im Hinblick auf die kommende Saison sein. Mehrere Spieler haben Verträge in ihren NLA-Vereinen erhalten und werden dem TV Solothurn somit nicht mehr oder nur begrenzt zur Verfügung stehen. Nicht weniger als 15 Spieler in der NLA haben früher beim TV Solothurn die Schuhe geschnürt. Fünf weitere aktuelle TVS-Spieler stehen bereits in den erweiterten Kadern von NLA-Vereinen – eine grossartige Bilanz.

Die Kehrseite der Medaille: Diese Abgänge in höhere Ligen, zusammen mit Rücktritten oder berufsbedingten Wechseln zwingen den TVS jedes Jahr dazu, rund ein Drittel der Mannschaft ersetzen und innert kürzester Zeit neue Talente in die Mannschaft einbauen zu müssen. Vor diesem Hintergrund muss bei Solothurn niemand den verpassten Chancen in der Finalrunde nachtrauern und die Aarestädter können auf eine weitere erfolgreiche Saison zurückblicken.

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