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Noch kein Licht am Ende des Tunnels

NLB-Handball. Der Gegner war neu, das Resultat nicht. Der TV Solothurn verliert auch sein achtes Saisonspiel, gegen GC Amiticia. Die Differenz Schufen die Zürcher zwischen der 42. und 53. Minute, als sie aus zwei Toren Vorsprung deren fünf machten. Damit enteilt die Konkurrenz den Solothurnern langsam aber sicher.


Gaudenz Oetterli


Acht Pleiten in acht Spiele, das ist eine erschreckend schlechte Bilanz. Noch viel erschreckender ist jedoch die Tatsache, wie sich die Niederlagen ähneln. Die Parallelen in den Spielen sind frappant. Gegen GC Amiticia startete der TV Solothurn einmal mehr auf Augenhöhe mit dem Gegner. Zwar mussten sich die Einheimischen gleich zu Beginn bei ihrem Torhüter Mathieu Seravalli bedanken, der zwei Einzelgegenstösse parierte und so für eine ausgeglichene Startphase sorgte. Danach jedoch präsentierte sich der TVS durchaus ebenbürtig.


Kurz vor der Pause gingen die Ambassadoren sogar 12:11 in Führung. Diese konnten sie zwar nicht halten, dennoch gab es in der ersten Hälfte durchaus positive Aspekte, welche für Durchgang zwei Mut machten. Die Abwehr war mit 15 Gegentreffern vor allem gegen die Aussenpositionen noch zu löchrig, ein Defizit, das sich aber ohne Probleme beheben liess. Im Angriff waren die 13 Treffer bei 10 Fehlwürfen nicht überragend, aber der TVS brachte zumindest den Ball aufs Tor. Mit etwas mehr Glück in der zweiten Halbzeit also durchaus steigerungsfähig.


Plötzlich hinten stark und vorne schwach


Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Unter diesem Motto lief die zweite Hälfte dann tatsächlich ab. Denn anstatt in der Abwehr etwas zuzulegen und vorne etwas konsequenter in den Abschluss zu gehen, was durchaus für die Wende gereicht hätte, brach der TV Solothurn ein weiteres Mal ein. Erstaunlicherweise genau in der gleichen Spielphase wie schon gegen Emmen oder die Pfadi Espoirs, nämlich kurz nach der 40. und bis rund zur 50. Minute. Zu oft lassen sich die Mannen von Trainer Martin Prachar genau in diesen zehn Minuten die Butter vom Brot nehmen.


Am Ende stabilisierte sich bei der 22:26-Schlappe gegen Aufsteiger GC Amiticia zwar die Defensive des TVS in der zweiten Halbzeit, nur gerade 11 Gegentreffen sind mehr als gut. Die Offensive hingegen kam fast komplett zum Erliegen und erzielte nur gerade neun Tore. Insgesamt konnten die Gastgeber nicht einen Abschluss vom Flügel kreieren, weder von links noch von rechts. Dass die Aarestädter trotzdem bis fast zum Schluss im Spiel blieben, verdanken sie der grossartigen Leistung von Torhüter Fabio Brändle, der 10 von 21 Bällen abwehrte. Seine Quote von 48 Prozent konnte jedoch das Defizit im Angriff nicht wettmachen.


Zerbrechen die Solothurner jeweils am Druck?


Alleine mit der Verletzungssituation, durch welche die Auswechselspieler fehlen, ist dieses Phänomen nicht zu erklären, dass der TVS jeweils in den gleichen zehn Minuten das Spiel verliert. Wäre es nur die dünne Personaldecke und somit die fehlende Kraft am Ende des Spiels, wäre es den Solothurnern nicht möglich, in der Schlussphase jeweils – teils massiv – Boden gut zu machen. Die Gründe für das immer gleiche Versagen in der immer gleichen Spielphase dürften somit wohl eher mentaler Natur sein.


Realisieren die Solothurner jeweils Mitte der zweiten Halbzeit, dass vielleicht ein Punktgewinn möglich ist und setzen sich danach derart unter Druck, dass nichts mehr geht? Fehlt es an der Mentalität, auch in engen Spielen die benötigte Leistung abzurufen? Manchmal scheint es so, als könnten die Solothurner nur bei grösserem Rückstand oder klarem Vorsprung ihren besten Handball spielen. Unter Druck häufen sich jeweils die Fehler.


Und so zieht die Konkurrenz in der Tabelle langsam davon, den GC Amiticia war bisher nur zwei Punkte weiter als der TVS. Und auch Birsfelden, mit einem Punkt Tabellennachbar, hat nach einem deutlichen 30:18-Sieg nun bereits drei Punkte auf dem Konto. Die Solothurner müssen ihre Probleme unter Druck in den Griff kriegen, denn der Druck dürfte diese Saison nur noch wachsen.


Foto: Küre Werren


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