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TV Solothurn nutzt Chance nicht

NLB-Handball. Trotz sensationellem Start in die Partie und zwischenzeitlicher 6-Tore-Führung verliert der TVS in Emmen mit 31:35. Somit verbleibt nur noch der TV Birsfelden als Konkurrent um den Ligaerhalt. Doch um diesen zu erreichen, bräuchte es schon eine kolossale Trendwende, wenn man sich anschaut, wie die Solothurner einmal mehr ein Spiel aus der Hand gaben.


Gaudenz Oetterli


Wer nach gut 16 Minuten des Spiels von Handball Emmen gegen den TV Solothurn den Liveticker und die Statistiken anschaute, der dürfte seinen Augen kaum getraut haben. Nicht nur die Tatsache, dass Solothurn bereits mit 9:3 in Front lag, sondern auch die Art und Weise dürfte allen TVS-Fans vor Freude das Herz höher schlagen gelassen haben. Neun Tore und dies von fünf verschiedenen Schützen und Positionen zeugten von einem variablen und funktionierenden Solothurner Angriff. Und die Defensiv-Werte waren überragend. Gegen die zweitbeste Offensive der Liga (nach dem Spiel nun sogar die beste) nur drei Tore in 16 Minuten zu kriegen, ist phänomenal. Die Quote von Solothurn-Keeper Mathieu Seravalli war überirdisch. Von den ersten neun Würfen parierte der Nationalgoalie deren acht, davon zwei Siebenmeter – Weltklasse.


Wie gewonnen, so zerronnen


Doch wie so oft währte die Freude auf Seite des TV Solothurn nicht lange. Ein verschossener Penalty, vier technische Fehler und sechs Fehlwürfe später ertönte die Pausensirene und der schöne Vorsprung war dahin. Schlimmer noch: die Innerschweizer führten gar mit 12:11 zur Pause. Auf «top» folgte einmal mehr ein noch grösserer «Flop».


Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist dann schnell erzählt. Der TVS fiel in bekannte Muster zurück. Die mittlerweile löchrige Deckung liess in einer Halbzeit ganze 23 Gegentreffer zu. Zwar erzielten die Ambassadoren auch ihrerseits 20 Tore bei nur neun Fehlschüssen. Doch dazu gesellten sich noch neun technische Fehler. Im Vergleich dazu leistete sich der Gastgeber Emmen in den zweiten 30 Minuten nur drei technische Fehler und keine einzige Zweiminutenstrafe. Ungefährdet spielten die Luzerner die Kugel zu Ende und verabschieden sich mit diesem 35:31-Sieg aus dem Abstiegskampf.


Zweikampf gegen den Abstieg


Dank dem Fakt, dass Handball Endingen und der STV Baden nach dieser Spielzeit fusionieren, und es so aussieht, als würden beide Teams in der NLB verbleiben, gibt es diese Saison sehr wahrscheinlich nur einen Absteiger. Denn nach dem Zusammenschluss dürfen nicht zwei Teams des gleichen Vereins in der NLB spielen, eine Mannschaft muss also zurückgezogen werden.


Der TV Solothurn steht mit nur 5 Punkten am Tabellenende, mit 8 Punkten befindet sich der TV Birsfelden an zweitletzter Stelle. Es wird darauf hinauslaufen, dass diese beiden Teams den Absteiger unter sich ausmachen. GC Amicita (13 Punkte) und Emmen (14) dürften in der Abstiegsentscheidung keine Rolle mehr spielen. Da Birsfelden ein um 56 Treffer besseres Torverhältnis aufweist als Solothurn, müsste der TVS also einen Punkt mehr haben als die Baselländer, um die Klasse zu halten.


Betrachtet man die bisherige Saison, ist der Gewinn von vier Punkten mehr als Birsfelden in den verbleibenden Spielen eine absolute Mammutaufgabe. Mit einem Nachholspiel in der Hinterhand und der noch ausstehenden Direktbegegnung ist der Ligaerhalt zwar immer noch möglich, aber der TVS benötigt dafür eine ausserordentliche Kehrtwende.


Foto: Küre Werren


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