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Weiterer Punkt für den TV Solothurn

NLB-Handball. Deutliche Führung zur Pause, den Vorsprung lange konserviert und am Ende in einer hektischen Schlussphase noch einen Punkt hergegeben. Der TVS erlebte gegen Stans in einer emotionalen Partie eine Achterbahn der Gefühle.


Gaudenz Oetterli


Wenn beim Schlusspfiff bei Unentschieden eine Mannschaft in Jubelstürme ausbricht, dann bedeutet dies meist, dass das andere Team einen Punkt verloren hat. Dies trifft nach dem Spielverlauf sicherlich auch auf die Begegnung zwischen Solothurn und Stans zu. Ab Minute 19 lagen die Einheimischen die ganze Partie in Führung und hatten das Spiel bis auf wenige Phasen im Griff. Trotzdem ergatterten die Gäste aus der Innerschweiz mit dem letzten Wurf des Spiels mit der Schlusssirene einen Punkt.

Die Solothurner ärgerten sich zurecht über den Punktverlust. Einerseits könnten die Ambassadoren im Abstiegskampf jeden Punkt dringend brauchen, andererseits hätten sie an diesem Abend vor allem auch beide Punkte verdient gehabt.


Der TV Solothurn zieht davon…


Das Spiel begann sehr zügig und beide Teams drückten von Anfang an richtig aufs Tempo. Sowohl die Solothurner wie auch die Stanser spielten mit schneller Mitte und kamen nach Gegentoren wie die Feuerwehr aufs gegnerische Tor. Zudem zeigt sich, dass die Nidwaldner auch bei Ballgewinnen extrem schnell umschalten können, und sie erzielten mittels Gegenstössen einige "einfache" Treffer. Nach knapp neun Minuten stand es somit bereits 5:5. Danach gelang es den Gästen, den TVS mit einer Zwei-Tore-Führung unter Druck zu setzen.

Als die Aarestädter gar noch eine Zeitstrafe kassierten, hatte Stans die Möglichkeit, die Führung auszubauen. Doch dies misslang, denn fünf Minuten und vier Stanser Fehler später lag plötzlich der TV Solothurn mit zwei Toren in Front (9:7). Diese Führung baute die Truppe von Martin Prachar in der Folge kontinuierlich aus zum Pausenstand von 17:12.


.. und lässt sich dann aus dem Konzept bringen


Nach dem Seitenwechsel erhofften sich die Gäste mit ihrem extrem hohen Tempo einen Überraschungseffekt. Schon einige Mannschaften haben dies in der aktuellen Spielzeit demonstriert und erwischten den TVS auf dem falschen Fuss. Nicht so dieses Mal. Denn die Ambassadoren waren auch nach der Pause hellwach und hielten den Fünf-Tore-Vorsprung bis zur 45. Minute. Danach jedoch kamen die Solothurner ins Wanken. Die Spieler des BSV Stans – sowohl auf dem Feld wie auf der Bank – fielen bereits die gesamte zweite Hälfte nicht unbedingt durch ihren Sportsgeist auf, und als sie merkten, dass die Schiedsrichter sie gewähren liessen, intensivierten sie ihr unsportliches Verhalten.


In jedem Angriff der Solothurner rief der Stanser Abwehrchef Luca Stadelmann lauthals "langweilig", um ein Zeitspiel der Solothurner zu monieren. Oft hatte er damit Erfolg und die Offiziellen hoben bereits nach wenigen Angriffssekunden die Hand. Von der Bank verunglimpften der verletzte Nando Kuster, zusammen mit dem in der ersten Halbzeit sehr erfolglosen Torwart Noah Ineichen (nur 20% Abwehrquote) und dem nicht minder glücklosen Livio Wanner, der das gesamte Spiel über mit zwei Fehlwürfen glänzte, nach jeder Aktion die Solothurner Spieler. Sogar bei Verletzungen mussten sich die TVS-Akteure Schimpf und Schande von der Stanser Bank anhören.




Die Solothurner müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie sich ob dieser Hektik und Unsportlichkeiten aus ihrem bis dahin erfolgreichen Konzept bringen liessen. Denn trotz all der Anfeindungen hielten sie bis kurz vor Schluss alle Trümpfe in der Hand und hätten die Innerschweizer für ihr Verhalten bestrafen können. Doch zwei technische Fehler und ein Fehlwurf führten dazu, dass der TVS eine 26:23-Führung (56:33) in den letzten dreieinhalb Minuten noch herschenkte. Am Ende bleibt den Solothurnern dennoch ein wichtiger Punkt im Abstiegskampf, den man vor dem Spiel vermutlich gerne angenommen hätte. Zur Erinnerung: Im Hinspiel demütigten die Stanser den TV Solothurn damals mit 40:25.


Text: Gaudenz Oetterli Bild: Küre Werren

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